Entzündliche rheumatische Erkrankungen

Die enzündlichen rheumatischen Erkrankungen sind eine der vier Hauptgruppen des rheumatischen Formenkreises.

Die Entzündung ist nicht auf ein Gelenk begrenzt, auch nicht auf mehrere Gelenke eines Körperteils, sondern hat als Systemerkrankung den gesamten Körper befallen. Patienten mit einer solchen Erkrankung fühlen sich ganz allgemein krank und in ihrer Leistunsgfähigkeit eingeschränkt. Der Entzündungsprozess des Körpers ist zumeist an Hand von erhöhten Entzündungswerten im Blut nachweisbar.

Die bekannteste und verbreitetste entzündlich rheumatische Erkrankung ist die chronische Polyarthritis (polyarthritis-rheumatica). Diese lässt sich oftmals per „Rheumafaktor“ im Blut nachweisen.

Die zweite große Gruppe der entzündlich rheumatischen Erkrankungen sind die seronegativen Spondarthritiden. Der Name weist bereits darauf hin, dass der sogenannte
Rheumafaktor hier nicht öfter gefunden wird als in der unausgewählten Bevölkerung (seronegativ). Die Erkrankung kann sowohl die Gelenke als auch die gesamte Wirbelsäule betreffen. Die bekannteste Krankheiten dieser Gruppe sind der Morbus Bechterew (Spondylitis ancylosans) und die Psoriasis-Arthritis.

Die dritte Untergruppe umfasst Krankheiten, die nach einer Infektion der Harnwege oder des Darmes auftreten. Weiterhin Krankheiten die mit einer chronischen Entzündung des Darmes einhergehen wie die Colitis ulcerosa und auch Morbus Crohn.

Die Juvenile chronische Arthritis (JIA) ist eine besondere Form der entzündlichen Gelenkerkrankungen weil sie im Kindes- und Jugendlichenalter auftritt. Sie wird weiterhin unterschieden in drei hauptsächlich auftretende Formen:

  • Das sogenannte „Still-Syndrom“, das auch innere Organe betrifft und Fieber
    zeigt
  • eine der chronischen Polyarthritis der Erwachsenen sehr ähnliche Form
  • eine oft mit einer Regenbogenhautentzündung (Iritis) verknüpfte Form, die im Erwachsenenalter in eine Gelenkerkrankung übergehen kann und teilweise auch die Wirbelsäule betrifft (seronegative Spondarthropathie).

Die fünfte Gruppe bilden die Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen). Die Besonderheit ist hier, die Beteiligung innerer Organe wodurch schwere, mitunter auch lebensbedrohliche Erkrankungen auftreten können. Betroffen sind die Haut, aber auch das Herz, Nieren, Gefäße und das Nervensystem sowie blutbildende Organe.
Zu den Bindegewebserkrankungen gehören der Systemische Lupus erythematodes (SLE), die Sklerodermie (progressive systemische Sklerose), die Dermatomyositis
bzw. Polymyositis und die Panarteriitis nodosa. Dazu kommen Mischerkrankungen (Mischkollagenosen) wie zum Beispiel das Sharp-Syndrom. Das Sjögren-Syndrom mit der im Vordergrund stehenden Trockenheit von Mund und Auge kann auch gemeinsam mit der rheumatoiden Arthritis auftreten.

Auch bei der sechsten Krankheitsgruppe der Vaskulitiden (Gefäßentzündungen) sind innere Organe beteiligt, was zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen kann. Zu dieser Gruppe gehören die Kranheitsbilder der Polymyalgia rheumatica und die oft mit ihr vergesellschaftete Temporalarteriitis (Riesenzellarteriitis). Typisch ist eine Entzündung der Schläfenarterie.